Responsible Jewellery Council (Gold/Juwelierbranche)
Die Prinzipien des Responsible Jewellery Council zu sozialer Verantwortung beziehen sich auf die Umsetzung von Umwelt-und Sozialmanagementsystemen in Unternehmen der Gold-und Juwelierbranche. Dies betrifft vor allem den Bereich der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens mit einem Leitbild zur Unternehmensführung und fairem Handeln sowie dessen Beziehungen entlang seiner Liefer-und Produktionskette. Die Forderungen zur Anerkennung der Menschenrechte und der sozialen Verantwortung orientieren sich an international anerkannten Instrumenten und Standards zu Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie sozialer Sicherheit am Arbeitsplatz.
Der Responsible Jewellery Council (RJC) ist ein internationaler Zusammenschluss von Unternehmen aus der Gold- und Juwelierwarenbranche, der von Minen bis zum Handel reicht. Der Verband will das Vertrauen in die Schmuckbranche stärken durch Förderung verantwortungsvoller Unternehmenspraxis in der gesamten Lieferkette.
In einer Verpflichtungserklärung für die unternehmerische Praxis, dem so genannten Code of Practices, binden sich Unternehmen an eine Reihe von Standardprinzipien in vier Feldern:
- Unternehmensethik: Verbot von Korruption, Schmuggel, Erpressung, Betrug und Schmiergeldern sowie Verbot von Geldwäsche und Terrorfinanzierung auf der Basis bestehender UN und OECD Konventionen, Zertifizierung entlang der Kriterien des Kimberley Prozesses zum Verbot von Konflikt-und Kriegsdiamanten (Kimberley Process Certification Scheme, KPCS), Produktsicherheit, Produktintegrität
- Einhaltung der Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung (siehe unten)
- Umweltverantwortung: Umweltschutz, Umgang mit Gefahrstoffen, Abfall und Emissionen sowie die Nutzung von Energie und natürlichen Ressourcen
- Managementsysteme: Bindung an bestehende rechtliche Grundlagen, Unternehmenspolitik und Geschäftsbeziehungen
Die Forderungen zur Anerkennung der Menschenrechte und der sozialen Verantwortung orientieren sich an den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der UN-Menschenrechtscharta und der UN-Kinderrechtskonvention sowie dem weltweit anerkannten Standard SA8000 für Sozialmanagementsysteme. Sie umfassen:
- Abschaffung der Kinder und Zwangsarbeit
- maximal 48 Wochenarbeitsstunden bei einem freien Tag
- Verbot von Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht und Religion
- Versammlungsfreiheit
- Garantie von existenzsichernden Löhnen
- menschenwürdige Arbeitsbedingungen
- systematische Verbesserung der Gesundheits- und Arbeitsbedingungen im Betrieb
- Dokumentation nach außen
Alle Punkte müssen in der gesamten Zuliefer- und Produktionskette beachtet werden. Mitglieder gehen eine Selbstverpflichtung ein, die auf der Grundlage der Vorgaben des Code of Practices geprüft wird. Eine Zertifizierung muss innerhalb von zwei Jahren nach Beginn der Mitgliedschaft bei RJC erfolgen, sonst erfolgen Sanktionen oder Ausschluss. Für Kontrollen werden unabhängige, externe Prüfer empfohlen.
Bisher sind diese Verpflichtungen Absichtserklärungen. Noch fehlen konkrete Angaben darüber, ob Industrie und Handel die Finanzierung von Kontrollen der Produktionskette und der nötigen Veränderungen übernehmen werden. Das Zertifizierungssystem ist noch im Aufbau und soll formal ab 2009/2010 beginnen.
Kontakt
Responsible Jewellery Council
Dudley House
34-38 Southampton Street
London
UK – WC2E 7HF
Tel: +44(0)20/78 36 63 76
Fax: +44(0)20/72 40 51 50
info@responsiblejewellery.com
www.responsiblejewellery.com






