Responsible Care (Chemische Industrie)
Responsible Care (RC) ist eine weltweite Initiative der chemischen Industrie. Responsible Care richtet sich an die Verantwortung von Chemieunternehmen zur nachhaltigen Produktion. Sie wurde 1985 in Kanada ins Leben gerufen.
In Europa wird RC durch den Verband der Europäischen Chemischen Industrie (CEFIC) koordiniert. In Deutschland läuft ein RC-Programm seit 1991.
Die Responsible Care Global Charter enthält neun Schlüsselelemente:
- die internationalen Responsible Care–Prinzipien verpflichten Unternehmen und nationale Verbände, u.a. auf folgenden Gebieten zusammenzuarbeiten: ständige Verbesserung der Kenntnisse über Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit sowie der Leistungsfähigkeit der Technologien, Verfahren und Produkte während ihres gesamten Lebensweges, effiziente Nutzung von Rohstoffen und Verminderung von Abfall, Berichterstattung über Leistungen, Probleme und Erfolge
- umsetzen der internationalen Anforderungen in die nationalen Responsible care Programme u.a. mit den Grundsätzen: Entwicklung und Umsetzung von Leitlinien, die von Mitgliedsunternehmen unterschrieben werden, Einführung von praxisnahen Umsetzungshilfen etwa durch Systeme, Kodices, Leitlinien oder Leitfäden, um Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Leistung zu begleiten, Entwicklung von Leistungskennzahlen, mit denen Verbesserungen gemessen werden können, Kommunikation mit interessierten Kreisen innerhalb und außerhalb des Chemieverbandes, Erfahrungsaustausch über Best Practices, Ermutigung aller Mitgliedsunternehmen, sich zu Responsible Care zu verpflichten und sich daran aktiv zu beteiligen, Einführung und Anwendung von Verfahren, mit denen Mitgliedsunternehmen die Umsetzung der messbaren Bestandteile von Responsible Care prüfen können
- Verpflichtung zur Förderung von Sustainable Development mit verbesserter Leistung, erweiterten wirtschaftlichen Möglichkeiten, der Entwicklung innovativer Technologien und weiteren Lösungsansätzen für gesellschaftliche Probleme, Verstärkung des Dialogs mit Stakeholdern, Förderung eines verlässlichen Chemikalienmanagements, durch die Weitergabe von Expertise zur fachgerechten Handhabung von Chemikalien (capacity building)
- Leistungen kontinuierlich verbessern und darüber berichten, indem von jedem nationalen Verband Daten zu verbindlichen Leistungskennzahlen in den Bereichen Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie für Sicherheit ermittelt, zusammengestellt und veröffentlicht werden
- Management chemischer Produkte weltweit verbessern – Product Stewardship – durch ein verbessertes, weltweit gültiges Programm für die Bewertung und das Management der Risiken und Nutzen durch Chemikalien
- Responsible Care in der Wertschöpfungskette der Chemischen Industrie unterstützen und fördern, den Dialog mit ihren Geschäftspartnern und anderen Stakeholdern verstärken, mehr Transparenz schaffen sowie Kenntnis und Verständnis über den Umgang mit Chemikalien erweitern
- nationale und internationale Responsible Care Governance-Prozesse aktiv unterstützen um sicherzustellen, dass die Mitglieder ihrer Rolle als verlässliche Partner für die gemeinsame Umsetzung von Responsible Care nachkommen
- angemessene Ressourcen für eine wirkungsvolle Umsetzung von Responsible Care bereitstellen
Laut Responsible-Care-Bericht 2009 des Verbands der Chemischen Industrie sind die aus der Global Charter abgeleiteten deutschen Leitlinien zu Responsible Care:
- Sicherheit und Schutz von Mensch und Umwelt sind von fundamentaler Bedeutung. Deshalb sind von den Unternehmensleitungen Richtlinien für verantwortliches Handeln zu formulieren, die sich an diesem übergeordneten Grundsatz orientieren. Außerdem sind die Maßnahmen und Verfahren zu definieren, mit denen diese Vorgaben vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern in die betriebliche Praxis umgesetzt und regelmäßig auf neue Anforderungen überprüft und gegebenenfalls entsprechend angepasst werden.
- Die Unternehmen stärken bei ihren Mitarbeitern das Bewusstsein für Sicherheit und Umwelt. Sie schärfen deren Blick für mögliche Umweltbelastungen durch Produkte oder durch den Betrieb der Anlagen.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie respektieren das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach Transparenz in Zusammenhang mit Produkten, Verfahren und Aktivitäten und gehen konstruktiv darauf ein.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie verbessern beständig die Sicherheit ihrer Produkte: bei der Rohstoffauswahl, bei Herstellung, Lagerung, Transport, Vertrieb, Anwendung, Verwertung und bei der Entsorgung. Sie berücksichtigen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltaspekte sowohl bei der Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren als auch im Dialog mit Abnehmern, Weiterverarbeitern und Anwendern.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie informieren im Rahmen ihrer Produktverantwortung zu Vorschriften über den sicheren Transport, die Lagerung, die sichere Anwendung, Verwertung und Entsorgung ihrer Produkte. Dies gilt besonders gegenüber Abnehmern, Weiterverarbeitern und Anwendern.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie erweitern kontinuierlich das Wissen über ihre Produkte und Verfahren, besonders im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in allen Phasen des Lebenszyklus.
- Die Unternehmen werden ungeachtet der wirtschaftlichen Interessen die Vermarktung von Produkten einschränken oder deren Produktion einstellen, falls nach den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Risikobewertung die Vorsorge zum Schutz vor Gefahren für Gesundheit und Umwelt dies erfordert.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie betreiben sichere Produktionsanlagen. Treten dennoch Gefahren für die Gesundheit oder die Umwelt erkennbar auf, leiten die Unternehmen unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen ein, arbeiten eng mit den Behörden zusammen und informieren die Öffentlichkeit.
- Die chemische Industrie bringt ihr Wissen und ihre Erfahrung aktiv in die Erarbeitung praxisnaher und wirkungsvoller Gesetze, Verordnungen, Normen und Standards ein, um den Schutz von Mensch und Umwelt nachhaltig zu gewährleisten.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie betreiben und fördern den Dialog mit ihren Stakeholdern.
- Die Unternehmen der chemischen Industrie unterstützen das nationale Responsible-Care-Programm. Zur Erfüllung seiner Anforderungen stellen sie ausreichende Ressourcen für die Umsetzung im Unternehmen bereit.
Im Rahmen des internationalen Projekts prisme2 (2008-2010) initiiert RC ein Netzwerkprojekt zur gezielten Unterstützung von klein-und mittelständischen chemischen Unternehmen mit Know-How und Training durch Großbetriebe der chemischen Industrie.
Die RC-Leitlinien der Verbands der chemischen Industrie beziehen sich in ihrer Relevanz insbesondere auf die Ebene der Unternehmensführung. Empfehlungen beziehen sich auf die Unternehmensverantwortung, auf das betriebliche Umweltmanagementsystem, die Fort-und Weiterbildung der Beschäftigten sowie die Kommunikation des Unternehmens mit seinen Stakeholdern und gesellschaftlichen Anspruchsgruppen.
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