Forest Stewardship Council (Holzindustrie)

Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine 1993 gegründete internationale, gemeinnützige Organisation mit Arbeitsgruppen in 43 Ländern. Er besteht aus Vertretern von Umweltorganisationen, Sozialverbänden und Unternehmen und hat maßgebliche Standards im Bereich der nachhaltigen Holzwirtschaft gesetzt.

Intern ist die Organisation in Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskammer organisiert. Jede Kammer hat bei Entscheidungen die gleiche Stimmenzahl.

Unternehmen, die sich nach den Verarbeitungsrichtlinien des FSC zertifizieren lassen, verfügen über ein System, welches Mengenkontrolle, Trennung und Kennzeichnung von FSC- und Nicht-FSC-Produkten zulässt. Die Unternehmen sind somit autorisiert und fähig, FSC-Produkte herzustellen und diese auch mit dem FSC-Siegel und dem jeweiligen Zertifizierungscode zu vermarkten.

Innerhalb der 10 Bewertungskriterien des FSC (siehe auch FSC-Siegel in der Label-Datenbank) sind mehrere klare Regelungen in Bezug auf die Qualität der Sozialverantwortlichkeit von Holzunternehmen gesetzt. Dies sind insbesondere:

  • Besitzansprüche, Landnutzungsrechte und Verantwortlichkeiten: Langfristige Besitzansprüche und Nutzungsrechte an Land- und Forstressourcen sollen klar und eindeutig definiert, dokumentiert und rechtlich verankert sein. Eine eindeutige Rechtslage von Besitz- und Nutzungsansprüchen ist Voraussetzung für die verantwortliche und nachhaltige Bewirtschaftung forstlicher Ressourcen. Hierzu zählen nicht nur Eigentumsrechte, sondern auch rechtlich verankerte oder vertraglich geregelte Nutzungsrechte (z.B. Weide- und Holzrechte, Jagdrechte) sowie Gewohnheitsrechte (z.B. Nutzung forstlicher Nebenprodukte).
  • Rechte indigener Völker: Die gesetzlichen und gewohnheitsmäßigen Rechte der indigenen Gruppen hinsichtlich Besitz, Nutzung und Bewirtschaftung von Land, Territorien und Ressourcen sind anzuerkennen und zu respektieren. Nach der Definition der Vereinten Nationen existieren in der Bundesrepublik Deutschland keine Indigenen Völker. Aspekte dieses Prinzips, die sinngemäß auf die Interessen der Lokalbevölkerung übertragbar sind, werden jedoch unter den Punkten Gewohnheitsrechte, Interessen lokaler Bevölkerungen und Schutz kulturhistorischer Stätten angesprochen.
  • Beziehungen zur lokalen Bevölkerung und Arbeitnehmerrechte: Die Waldbewirtschaftung soll das soziale und ökonomische Wohlergehen der im Wald Beschäftigten und der lokalen Bevölkerung langfristig erhalten oder vergrößern. Die Beschäftigten stellen mit ihrem Wissen und Können einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Die angemessene Berücksichtigung ihrer Interessen sowie die Einbindung und Weiterentwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten in die betrieblichen Abläufe dienen der nachhaltigen Bewirtschaftungsweise. Zur umfassenden Nachhaltigkeit im Forstbetrieb gehört auch eine sozial verträgliche Personalwirtschaft. Durch die Bereitstellung von Informationen wird die Waldbewirtschaftung für die örtliche Bevölkerung nachvollziehbar. Der Forstbetrieb trägt damit zum besseren Verständnis der Öffentlichkeit für die forstliche Nutzung des Waldes bei.

Das FSC-Label existiert in drei Variationen:

  • FSC Pure: FSC-Produkte aus 100% FSC-Holz. 
  • FSC Mix: Produkte, bei deren Herstellung FSC-Holz, Holz aus kontrollierten Quellen oder Recyclingmaterial verwendet wurde, Holz aus illegalen Quellen, Raubbau oder nicht nachweisbaren Quellen ist bei dieser Mischung ausgeschlossen. 
  • FSC Recycling: Produkte mit dem FSC-Recycling-Label stehen für den Einsatz von Recycling-Material. Die Verwendung von Recycling-Material entlastet Wälder und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur vernünftigen Verwendung von Holz.

Das Zertifikat bezieht sich ausschließlich auf die Holzerzeugung und schreibt vor, welche ökologischen und sozialen Minimumstandards bei der Bewirtschaftung von Wald eingehalten werden müssen. Die Zertifizierung berücksichtigt auf diese Weise das Qualitäts- und Umweltmanagement entlang der gesamten Verarbeitungs- und Handelskette vom Wald bis zum Großhandel.

Die Zertifizierung erfolgt durch vom FSC akkreditierte, unabhängige nationale oder internationale Zertifizierungsorganisationen. Eine Kontrolle der Betriebe und der Einhaltung des FSC-Standards findet einmal jährlich statt. Die Bewertungskriterien des FSC werden alle fünf Jahre überarbeitet.

Kontakt

FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V.
Nussmannstrasse 14
79089 Freiburg
Tel: +49 (0)761/38 65 35 0
Fax: +49 (0)761/38 65 37 9
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