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L E X I K O N

Das Lexikon erklärt Ihnen wichtig Fachbegriffe aus den dem Bereich nachhaltiger Konsum, produktbezogener Umweltschutz, Zertifizierung und Label.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 

A

Agenda 21
Die Agenda 21, das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, ist das zentrale Dokument der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED), beschlossen 1992 in Rio de Janeiro.

Die Agenda 21 setzt das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung in ein globales Aktionsprogramm um. Ökologische, ökonomische und soziale Faktoren werden dabei gleichrangig bewertet und berücksichtigt. Die Umsetzung des Agenda 21-Programms versteht sich als langfristiger Prozess, der in konkreten Schritten auf regionaler, nationaler und globaler Ebene zu organisieren ist.
 
In verschiedenen Politik- und Handlungsfeldern konkretisiert die Agenda 21 das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung und listet eine Vielzahl von Maßnahmen auf.

siehe auch:  Nachhaltige Entwicklung

Allergie
Allergie ist eine von bestimmten Stoffen (Allergen) ausgelöste Überreaktion des Immunsystems. Auslöser sind fast immer Proteine.
 
Die Symptome allergischer Erkrankungen sind individuell sehr unterschiedlich; in Extremfällen kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Im Falle einer Nahrungsmittelallergie werden Nahrungsbestandteile vom Körper als fremde und daher potentiell gefährliche Stoffe interpretiert, gegen die sich die körpereigene immunologische Abwehr richtet. Dabei kommt es zu einer Fehlregulation und zu einer starken Ausschüttung pharmakologisch wirksamer Substanzen, vor allem Histaminen. Solche „überschießenden" Immunreaktionen werden auch als „echte" Allergien bezeichnet, in Abgrenzung zu den Pseudoallergien. 

Allergene sind Stoffe, die Allergien auslösen. Bei Allergenen, die in Nahrungsmitteln vorkommen, handelt es sich zumeist um bestimmte Eiweiße von hohem Molekulargewicht. In der Regel sind Allergene, die mit der Nahrung aufgenommen werden, gegenüber Magensäure und Verdauungsenzymen relativ stabil. Ein allergenes Lebensmittel kann mehrere Allergene haben; so sind etwa bei Soja ca. 15 verschiedene Allergene identifiziert. 

Nahrungsmittelallergie ist eine allergische Reaktion, die von Nahrungsbestandteilen oder ihren Abbauprodukten, Zusatzstoffen, Rückständen oder mikrobiellen Begleitstoffen (z.B. Pilz- oder Bakterientoxine) ausgelöst wird. Die Aufnahme des jeweiligen Allergens in den Körper erfolgt durch die Schleimhäute in Mund und Darm, aber auch über Haut oder Inhalation (z.B. Mehlstaub). Angaben über die Zahl von Nahrungsmittelallergikern schwanken stark; für Erwachsene wird mit 1-5 % gerechnet, bei Kindern unter sechs Jahren mit 3-10 %. In Mitteleuropa sind die häufigsten Allergien gegen Erdnuss, Soja, Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Nüsse, Krustentiere und Sellerie. Nahrungsmittelallergien sind weniger häufig als etwa Pollenallergien. 

Jeder "echten" Allergie geht eine Phase der Sensibilisierung voraus. Im Kontakt mit einem Allergen verändert sich die immunologische Reaktionsfähigkeit eines Menschen. Um eine derartige Sensibilisierung aufzubauen, ist meist ein längerer Kontakt mit dem jeweiligen Allergen notwendig. So tauchten erst Jahre nach der Markteinführung von Kiwis erste Fälle von Kiwi-Allergien auf. Ist jedoch eine Sensibilisierung vorhanden und das Immunsystem entsprechend gepolt, genügen schon kleinste Spuren des Allergens, um allergische Reaktionen zu stimulieren. Bei Menschen, die Allergiker sind oder sich dazu entwickeln, spielen offenbar genetische Faktoren eine große Rolle. 

Kreuzallergien treten auf, wenn bestimmte Allergene in verschiedenen Quellen vorkommen. So zeigen Menschen mit einer Birkenpollenallergie häufig auch Allergien gegen Äpfel oder Nüsse. Es sind verschiedene Kreuzallergien bekannt. Für die Betroffenen sind Kreuzallergien vor allem deswegen problematisch, weil auftretende allergische Reaktionen nicht eindeutig auf ein bestimmtes Produkt oder eine Substanz zurückgeführt werden können. 

Azofarbstoffe
Azofarbstoffe ist eine Klasse von Farbstoffen und organischen Pigmenten, die als farbgebende Gruppe durch eine oder mehrere Azogruppen charakterisiert sind. Azofarbstoffe werden in Textilfarben, Lebensmittelfarben, Kosmetika oder auch in Beschichtungsstoffen verwendet. Zahlreiche Azofarbstoffe gelten als krebserregend und sind verboten.

B

Baubiologie
Die Baubiologie ist die Lehre von der ganzheitlichen Beziehung zwischen Lebewesen in der Wohn-Umwelt. Sie erlangte im Zusammenhang mit der Zunahme gesundheitsschädlicher Stoffe in Wohngebäuden eine verstärkte Beachtung. Im Mittelpunkt stehen bei der Baubiologie die Zusammenhänge zwischen dem menschlichen Wohlbefinden, dem Haus und der Natur. Damit greift sie insbesondere auch die subjektive Erfahrung der Bewohnerinnen und Bewohner auf. Viele baubiologische Erkenntnisse sind noch nicht wissenschaftlich verifiziert.

E

EG-Öko-Audit
Das EG-Öko-Audit oder auch EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein Verfahren, bei dem ein Unternehmen oder ein Betrieb nach dem Vorbild einer Wirtschaftsprüfung auf freiwilliger Basis sein Umweltverhalten überprüft, verbessert und offenlegt. Im Rahmen der Prüfung werden alle betrieblichen Tätigkeiten hinsichtlich ihrer ökologischen Auswirkungen bewertet, z.B. ob sie die verschiedenen Bereiche der Umwelt wie Boden, Wasser und Luft belasten. Mit der Durchführung des EG-Öko-Audits verpflichten sich die Unternehmen, die einschlägigen Umweltvorschriften einzuhalten, Umweltbelastungen zu vermindern und den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern. Sie werden außerdem dazu veranlasst, ihre Ergebnisse in einer Umwelterklärung der Öffentlichkeit vorzustellen.

Das EG-Öko-Audit basiert auf der von der Europäischen Union erlassenen "Verordnung (EWG) Nr. 1836/93 des Rates über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung". Nationale Grundlage für die Durchführung der EG-Öko-Audit-Verordnung bietet das Umweltauditgesetz.

Eigenmarken
Eigenmarken sind firmeneigene Label; d.h. sie werden von den Herstellern selbst entwickelt und kennzeichnen mindestens eine bestimmte Produktlinie. Dem Begriff Eigenmarke inhaltlich entsprechend sind Markenzeichen oder Handelsmarke.

Elektrosmog
Das Wort "Elektrosmog" beschreibt das Vorkommen künstlicher elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder in unserer Umgebung im Zusammenhang mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In Abhängigkeit von der Wellenlänge bzw. Frequenz werden elektromagnetische Strahlen und Felder folgendermaßen unterteilt:

  • Niederfrequente elektrische und magnetische Felder (größer 0 Hertz bis 100 Kilohertz) treten überall dort auf, wo elektrische Energie erzeugt, transportiert oder angewendet wird - hauptsächlich mit Frequenzen um 50 Hertz.
  • Der hochfrequente elektromagnetische Bereich reicht von 100 Kilohertz bis 300 Gigahertz; er umfasst u.a. den Mobilfunk oder die Rundfunk- und Fernsehtechnik.

Die biologischen Wirkungen der elektromagnetischen Felder hängen von deren Frequenz ab. Hochfrequente Felder erwärmen das Körpergewebe. Ab einer bestimmten Strahlungsstärke führen sie zu Schäden in den Gewebezellen. Darüber hinaus gehende Beeinträchtigungen durch hochfrequente Felder sind nicht wissenschaftlich belegt. In einigen Versuchen wurden jedoch biologische Wirkungen sehr gering dosierte HF-Strahlung beobachtet, so z. B. eine Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke, eine Veränderung der Gehirnstromaktivität oder eine Beeinflussung des Schlafs. Die Befunde kamen unter bestimmten Laborbedingungen zu Stande und konnten von anderen Forschergruppen nicht immer bestätigt werden. Die gesundheitliche Bedeutung dieser Wirkungen ist zudem ungeklärt.
In Laborversuchen wurden auch bei niederfrequenten Felder biologische Wirkungen beobachtet, so etwa das beschleunigte Wachstum bereits vorhandener Krebszellen oder ein Rückgang der Produktion des Hormons Melantonin. Ein darauf basierender Verdacht einer krebserzeugenden Wirkung niederfrequenten elektrischer und magnetischer Felder ist bislang jedoch nicht belegt.

Emissionen
Emissionen bezeichnet die Abgabe und Aussendung von Stoffen, Strahlen oder Energien, wie z.B. Schadstoffe, Lärm, Wärme, Erschütterungen, Radioaktivität etc., an die Umwelt. Sie können über Abluft, Abwasser oder Rauchgase sowie über feste und flüssige Abfälle in die Umwelt eingetragen werden.

F

Fairer Handel
Nach der Definition des Netzwerkes Forum Fairer Handel in Deutschland ist Fairer Handel eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentenInnen und ArbeiterInnen - insbesondere in den Ländern des Südens - leistet der Faire Handel einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Fair-Handels-Organisationen engagieren sich gemeinsam mit VerbrauerInnen für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.

Die strategische Zielsetzung des Fairen Handels ist:

  • bewusst mit benachteiligten ProduzentInnen und ArbeiterInnen zu arbeiten und ihnen zu helfen, zu mehr wirtschaftlicher Sicherheit und Unabhängigkeit zu gelangen.
  • ProduzentInnen und ArbeierInnen darin zu unterstützen, als InteressensvertreterInnen in ihren jeweiligen Organisationen zu fungieren.
  • auf globaler Ebene eine aktive Rolle zu spielen, um für mehr Gerechtigkeit im Welthandel zu sorgen.

Die Grundsätze des Fairen Handels sind:

  • Zahlung von über dem Weltmarkt liegenden Mindestpreisen an die Produzentengruppen.
  • Direkter Einkauf bei den Produzentengruppen unter Ausschluss von Zwischenhändlern.
  • Vereinbarung langfristiger Lieferbeziehungen und Abnahmeverträge, die den Produzenten über einen größeren Zeitraum ein sicheres Einkommen gewährleisten.
  • Um Produzenten vor der Verschuldung zu bewahren, werden zur Finanzierung von Investitionen vor der Ernte oder der Produktion bei Bedarf Vorfinanzierungen gewährleistet.
  • Einhaltung der jeweiligen nationalen Gesetze, sozialer Mindeststandards sowie der international geltenden Arbeitsschutz-Richtlinie.
  • Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel werden z.B. in Bildungseinrichtungen, medizinische Versorgung oder in die Umstellung auf ökologischen Anbau investiert. Die Produzenten und Kleinbauern bestimmen selbst über die Verwendung der Erlöse.


Fossile Energieträger
Fossile Energieträger sind Energierohstoffe tierischer und pflanzlicher Herkunft, die vor Millionen von Jahren entstanden sind und als Brennstoff verwendet werden. Dazu zählen Torf, Braunkohle, Steinkohle, Erdöl und Erdgas. Heute wird der Weltprimärenergiebedarf zu 90% durch die Verwendung fossiler Energieträger gedeckt. Jedoch sind die Vorräte fossiler Energieträger endlich. Umweltbelastungen entstehen sowohl beim Abbau und dem Transport sowie bei ihrer Verbrennung.

G

Grüne Gentechnik
Grüne Gentechnik bezeichnet die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung und die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft.
 
Demgegenüber versteht man unter Roter Gentechnik die Anwendung der Gentechnik in der Medizin: bei Diagnostik, Gentherapie und auch bei Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln.

Manchmal ist noch der Begriff Graue Gentechnik gebräuchlich: Er meint die Herstellung von Enzymen oder Feinchemikalien für industrielle Zwecke mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen.

Grüner Strom
Grüner Strom ist die umwelt- und klimafreundliche Alternative zum konventionell erzeugten Strommix aus Kohle und Atom. Er muss vor allem drei Umweltkriterien erfüllen: Förderung regenerativer Energiequellen (REG), deutliche Senkung der klimawirksamen Emissionen und Schutz der natürlichen Ressourcen. Deshalb stammt Grüner Strom entweder

  • zu 100 % aus den regenerativen Energiequellen Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme - dieser Storm wird häufig als Naturstorm angeboten oder von Technikern als REG-Strom bezeichnet;
  • oder er setzt sich zusammen aus regenerativ erzeugtem Strom mit einer Beimischung von bis zu 50 % Strom aus effizient und umweltschonend arbeitenden Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK).

Die Entlastung der Umwelt durch den Bezug von Grünem Strom wird jedoch nur erreicht, wenn der Kauf von Grünstrom zum Bau neuer umweltfreundlicher Energieanlagen führt. Kommt der Ökostrom aus bereits bestehenden Anlagen, verbessert sich die Umweltbilanz nicht. Bei der Investition in Neuanlagen entscheidet sich also die Glaubwürdigkeit der Ökostrom-Lieferanten.

Siehe auch: Regenerative Energiequellen.

GVO (Gentechnische veränderter Organismus)
Der Begriff "gentechnisch veränderter Organismus" ist in verschiedenen europäischen und nationalen Gesetzen definiert. Jeder Umgang mit GVOs - sei es in geschlossenen Systemen oder im Freiland - setzt eine Genehmigung oder zumindest eine Anmeldung bei einer öffentlichen Behörde voraus.
 
Gesetzlich definiert sind die Begriffe "gentechnisch verändert" und "Organismus". Gentechnisch verändert ist ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt. (So ist es etwa in Artikel 2 der "alten" und der "neuen" Freisetzungs- Richtlinie definiert.)  
Beispiel: Wenn ein Züchter Pflanzen zweier verwandter Linien miteinander kreuzt, führt das zwar zum Austausch von Genen. Dieses ist ein natürlicher Vorgang. Werden jedoch Gene insbesondere durch DNA-Rekombinationstechniken übertragen, ist der dadurch erzeugte Organismus "gentechnisch verändert". 
Im Einzelfall kann es allerdings strittig sein, ob ein Organismus genetisch so verändert wurde wie es in der Natur nicht üblich ist. Die Freisetzungs-Richtlinie zählt verschiedene Verfahren auf, die zu einem gentechnisch verändertem Organismus führt (und der damit unter die Gentechnik-Gesetze fällt): 

Übertragung rekombinanter (außerhalb des Organismus erzeugter) DNA mit Hilfe geeigneter Systeme und Techniken bestimmte Verfahren zur Zellfusion. Mutationen führen in der Regel nicht zu GVOs im Sinne der Gesetze - auch dann nicht, wenn diese Mutationen künstlich ausgelöst werden.  
    
Organismus: Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren oder genetisches Material zu übertragen. Das können Pflanzen oder Tiere sein, aber auch Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen, Pilze oder Viren.   
Diese Definition von "Organismus" hat gerade im Zusammenhang mit verarbeiteten Lebensmittelzutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen eine große Bedeutung. 
Beispiel: Demnach ist z.B. Ketchup zwar aus gentechnisch veränderten Organismen (Tomaten) hergestellt, enthält diese jedoch nicht. Im Ketchup sind Tomaten so weit verarbeitet, dass sie sich nicht mehr vermehren können. Die Tomaten im Ketchup sind daher kein "Organismus im Sinne des Gesetzes".    

Gütezeichen
Gütezeichen sind Zeichen, die nach einem besonderen Prüfverfahren vom RAL, dem Deutschen Institut für Kennzeichnung und Gütesicherung e.V., als Gütezeichen anerkannt worden sind und somit den "Grundsätzen für Gütezeichen" entsprechen. Der Begriff ist wettbewerbsrechtlich geschützt.
Gütezeichen werden als branchenmäßig orientierte Gemeinschaftszeichen für Warengruppen geschaffen. Verwaltung und Vergabe der Gütezeichen obliegt den jeweiligen Gütegemeinschaften, das sind zumeist Zusammenschlüsse von Herstellern.
Bei den RAL-Gütezeichen steht die Sicherung der Qualität bzw. Güte von Produkten im Vordergrund. Dabei orientieren sich die Qualitätsstandards vor allem an gesetzlichen Grundlagen und Normen.

I

Integrierter Pflanzenbau
Als Integrierter Landbau wird ein landwirtschaftliches Konzept verstanden, das zwar den ökonomischen Erfolg zum Ziel hat, dabei jedoch ökologische Aspekte stärker als in der Vergangenheit beachtet. Biologische, technische und chemische Maßnahmen werden so aufeinander abgestimmt, um die Kulturpflanzen gesund zu erhalten, die natürlichen Ressourcen langfristig zu schonen und so ertragreiche Ernten von hoher Qualität zu ermöglichen. Der Integrierte Landbau versteht sich selbst als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Im Integrierten Pflanzenschutz sollen chemische Mittel erst dann eingesetzt werden, wenn andere, vorbeugende Maßnahmen keinen Erfolg haben. Das Konzept des Integrierten Pflanzenschutzes umfasst u.a.:

  • standortangepasste Fruchtfolge und Sortenwahl; Berücksichtigung von Klima, Boden und vorkommenden Schädlingen oder Krankheitserregern
  • optimaler Saatzeitpunkt und bodenschonende Bearbeitungsverfahren; Anwendung geeigneter mechanischer Verfahren zur Unkrautbekämpfung
  • bedarfsgerechte Pflanzenernährung (organische Düngemittel, Mineraldünger)
  • wenn möglich: biologische Schädlingsbekämpfung, etwa durch den Einsatz von Nützlingen
  • chemische Pflanzenschutzmittel als "letztes Mittel": gezielte Anwendung und Dosierung unter Beachtung des Schadschwellenprinzips (Einsatz erst, wenn der Befall durch Schädlinge so groß ist, dass ein wirtschaftlicher Schaden zu erwarten ist.

Die Anwendung des Integrierten Pflanzenschutzes erfordert vom Landwirt hohe Kenntnisse über die verschiedenen Maßnahmen und setzt eine intensive Beobachtung der Pflanzen voraus.
 
Allgemeine, verbindliche Vorschriften für den Integrierten Pflanzenschutz gibt es nicht. Es soll für jeden Einzelfall eine optimale Kombination von Maßnahmen angewandt werden.

K

Kompost
Kompost entsteht bei der Verrottung verschiedenartiger organischer, d.h. pflanzlicher und tierischer Abfälle wie Laub, Stroh oder Küchenabfälle. Auf Grund seines hohen Gehaltes an Nährstoffen und organischen Substanzen ist Kompost ein hochwertiges Düngemittel (Humsudünger) mit langanhaltendender Wirkung. Er wird besonders in der ökologischen Landwirtschaft gerne zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt.

Die Verwendung von Kompost im Garten und Landschaftsbau sowie in der Landwirtschaft bietet eine gute Alternative zum Einsatz von Torf. Dadurch kann der weitere Abbau von Mooren verhindert werden. Auch im eigenen Garten kann mit dem anfallenden Baum- und Heckenschnitt sowie Laub und Gras ein Komposthaufen angelegt und dann Kompost anstelle von Torf verwendet werden.

Kreislaufwirtschaft
Der Begriff Kreislaufwirtschaft wurde geprägt durch das 1996 verabschiedete Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG). Dieses legt die Produktverantwortung des Herstellers fest und räumt der Vermeidung von Abfällen oberste Priorität ein. Sind Abfälle nicht zu vermeiden, ist es Ziel der Kreislaufwirtschaft, neue Rohstoffe entstehen zu lassen. Durch Recycling sollen sie dann wieder in der industriellen Produktion eingesetzt werden können. Auf Grundlage des KrW-/AbfG wurden inzwischen Verordnungen für die Wiederverwertung von Verpackungen, Batterien, Altautos und Altöl erlassen. In Vorbereitung  ist zudem die Verordnung für elektrische und elektronische Geräte.

L

Label
Label-Online verwendet den Begriff Label als eine umfassende Bezeichnung für alle Wort- und/oder Bildzeichen, die auf einem Produkt oder seiner Verpackung zu sehen sind. Label sollen auf besondere Qualitäten von Produkten, z.B. gesundheitliche, soziale oder ökologische Eigenschaften, hinweisen. Damit dienen sie der Abgrenzung gegenüber anderen Produkten mit gleichem Gebrauchszweck, die diese Eigenschaften nicht aufweisen.
Wir verwenden den Begriff Label als einen Sammelbegriff für verschiedene Ansätze der Produktkennzeichnung. Darunter werden zusammengefasst: Eigenmarken, Gütezeichen, Prüfzeichen, Regionalzeichen, Umweltzeichen.

N

Nachhaltigkeit (nachhaltige Entwicklung)
Nachhaltigkeit ist der Schlüsselbegriff für das in der Agenda 21 formulierte Leitbild eines neuen globalen Entwicklungsmodells.
 
Dabei ist nicht mehr allein ökonomisches Wachstum das Ziel, sondern ebenso Schutz der Umwelt und gesellschaftliche Solidarität. Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit werden im Konzept der Nachhaltigen Entwicklung gleichrangig gewichtet und oft im Bild eines gleichseitigen Dreiecks zusammengeführt.
 
Seit dem Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung - dem Brundtland-Report von 1987 - ist der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) einer größeren Öffentlichkeit bekannt und seit der Rio-Konferenz von 1992 als Leitbild weitgehend akzeptiert. Ursprünglich stammt der Begriff der Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhundert. Damals verstand jeder, was damit gemeint war - nicht mehr Holz zu schlagen, als im gleichen Zeitraum nachwächst.
 
Weniger klar ist, was unter der modernen Version von Nachhaltigkeit konkret zu verstehen ist. Es kursieren eine Vielzahl von Definitionen und Interpretationen. Vor allem das im Idealfall gleichseitige Dreieck Ökonomie, Ökologie und Sozialverträglichkeit bereitet in der Praxis Probleme.

  • Zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialverträglichkeit bestehen oft Zielkonflikte. Schwierig wird es, wenn diese gegeneinander abzuwägen sind.
  • Voraussetzung für eine angemessene Bewertung und Abwägung ist jedoch, dass unterschiedliche Ziele möglichst präzise definiert und anhand von messbaren Kriterien definiert werden.
  • Im Bereich der Ökologie können Maßnahmen etwa daran gemessen werden, wie sie mit natürlichen Ressourcen umgehen und nicht mehr davon verbrauchen als sich auf Dauer regeneriert.
  • Die klassischen ökonomische Kriterien sind für das neue nachhaltige Entwicklungsmodell nur noch begrenzt tauglich.
  • Vor allem aber für das Ziel der Sozialverträglichkeit gibt es kaum gesellschaftliche akzeptierte Vorstellungen und Kriterien.

Es gelang bisher selten, alle drei Seiten des Nachhaltigkeits-Dreiecks zusammenzuführen und gleichrangig zur Bewertung von Maßnahmen heranzuziehen. Oft werden sie vorrangig unter einem der drei Blickwinkel betrachtet und anhand geeigneter Kriterien bewertet. 

Vorrangig um diese Themen dreht sich auch das Informationsangebot, das über Nachhaltigkeit kompakt abgerufen werden kann. 
 
siehe auch: Agenda 21 

Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe ist ein Sammelbegriff für land- und forstwirtschaftliche erzeugte Rohstoffe, die einer Verwendung im Nichtnahrungsbereich zugeführt werden. Dazu gehören z.B. Holz, Flachs, Raps, Zuckerstoffe und Stärke aus Rüben, Kartoffel, Weizen oder Mais. Auch tierische Rohstoffe wie Wolle und Leder lassen sich im weitesten Sinne zu dieser Kategorie zählen. 
Die Rohstoffe können nach ihrer Aufbereitung industriell verarbeitet oder zur Energiegewinnung genutzt werden, z.B beim Verbrennen von organischem Material in Biogasanlagen. Nachwachsende Rohstoffe werden durch ihren natürlichen Wachstumsprozess immer wieder neu gebildet.
Im Vergleich zu fossilen Rohstoffen sind pflanzliche Rohstoffe hinsichtlich ihrer Verbrennung weitgehend CO2 neutral. Denn sie setzen nach ihrem Gebrauch bei der Verbrennung nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) frei, die sie durch die Photosynthese aus der Atmosphäre gebunden haben. Damit kann ihre Verwendung dazu beitragen, dem fortschreitenden Treibhauseffekt entgegenzuwirken.

Naturkosmetik
Für den Begriff Naturkosmetik gibt es bislang keine rechtsverbindliche Definition. Die erste Definition des Begriffs „Naturkosmetik“ hat 1993 das Bundesministerium für Gesundheit aufgestellt. Demnach müssen Naturkosmetika ausschließlich aus Naturstoffen hergestellt sein. Ausnahmen gelten für naturidentische Konservierungsstoffe und auf Naturstoffen basierende Emulgatoren. Sonnenschutzmittel sind demnach keine Naturkosmetika, da die benötigten chemischen UV-Filter nicht aus Naturstoffen gewonnen werden können. Doch eine gesetzliche Verankerung des Begriffs „Naturkosmetik“ gibt es nicht. Aber auch Naturkosmetika unterliegen den geltenden Vorschriften der Kosmetik-Verordnung, die u.a. die vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe vorschreibt. Außerdem müssen alle Bestandteile die toxikologische und mikrobiologische Sicherheitsbewertung bestehen, sowie gegebenenfalls auch den Nachweis ihrer Wirkung erbringen. Falls kein Verfallsdatum angegeben ist, müssen die Produkte mindestens 30 Monate haltbar sein.

Mehr Transparenz bei Naturkosmetika bieten derzeit zwei Hersteller-Zeichen, die die Mindeststandards für Naturkosmetika festlegen. Das Drei-Häuser-Logo wird von neuform Vertragswarenhersteller der Reformhäuser vergeben. Das Label „Kontrollierte Naturkosmetik“ wird vom BDIH, dem Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren und Körperpflegemittel e.V. an seine Mitglieder vergeben. Hier haben sich die Hersteller von Naturkosmetika auf einen Kriterienkatalog für die Produktion der Rohstoffe und die Qualität der Produkte geeinigt. Diese Kriterien regeln nicht nur den Einsatz von Emulgatoren, Konservierungsstoffen oder Farbstoffen, sondern legen auch die Mindestanforderungen an die Erzeugung sowie Verarbeitung der Kosmetikrohstoffe fest. Wichtige Rolle spielen die ökologische Verträglichkeit der Produkte, also umwelt- und ressourcenschonende Herstellungsverfahren, die optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen sowie der sparsame Einsatz wiederverwertbarer Verpackungsmaterialien. So sollen z.B. die pflanzlichen Rohstoffe (pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwässer, ätherische Öle und Aromen) möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. aus kontrolliert biologischen Wildsammlungen stammen.

Fair gehandelte Kosmetikrohstoffe

Eine Reihe wichtiger Kosmetikrohstoffe wie Kokosöl, Palmöl oder Sheabutter werden aus Ländern der so genannten „Dritten“ Welt importiert. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist nicht nur die Qualität der Importe, sondern auch die Sozialverträglichkeit der Produktion dieser Rohstoffe vor Ort. Gegen die Ausbeutung der Menschen in der „Dritten“-Welt, wurden zahlreiche Fair Trade-Projekte initiiert. Es wurden Kooperativen gegründet, die nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten eine neue Form des Anbaus kultivieren und eine echte „Hilfe zur Selbsthilfe“ sind. Hier erhalten die Anbauer Absatzgarantie für die Erzeugnisse, marktgerechte Preise für die Erzeugnisse, höhere Löhne und entsprechende Schulung. Aus speziellen Fonds werden soziale Einrichtungen wie Schulen oder Krankenstationen vor Ort gefördert. 

Die Fair Trade-Projekte der Naturkosmetikanbieter liefern hochwertige Rohstoffe meist in kbA-Qualität. Beispiele für fair gehandelte Rohstoffe sind Kokosöl aus der Dominikanischen Republik für Logona, Lemongrass-Destillate aus Bhutan und ätherische Öle aus Frankreich, Italien, Nepal und Peru für Primavera Live und Rosenöl aus Rumänien und Türkei für Dr. Hauschka.

Auch zur Unternehmensphilosophie von The Body Shop gehört umweltorientierte Unternehmensführung und vielseitige Sozialprojekte, insbesondere das „Hilfe durch Handel“-Programm für fair gehandelte Kosmetikrohstoffe. Derzeit gibt es hier rund 20 Projekte, die 42 Inhaltsstoffe liefern. Verarbeitet werden unter anderem Sheabutter oder Kakaobohnen aus Ghana, Honig aus Sambia, Paranussöl und Bambusöl aus Brasilien, Blaumais aus USA, Sesamöl aus Nikaragua sowie viele Accessoires aus Philippinen, Russland oder Kenia.

Naturschutz
Die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von Tier- und Pflanzenarten, ihren Lebensgemeinschaften (Biotopen, Ökosystemen) und natürlichen Lebensgrundlagen sowie zur Sicherung von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen bzw. naturnahen Bedingungen.

O

Ökologischer Landbau
Ökologischer Landbau ist eine Landbewirtschaftung, die auf chemische Pflanzenschutzmittel und synthetischen Mineraldünger verzichtet.
 
Zu den Grundsätzen des Ökologischen Landbaus gehören weiter:

  • Erhaltung und Förderung einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit
  • Geschlossene Betriebskreisläufe, z.B. möglichst hofeigene Erzeugung von Futter für die Tierhaltung 
  • Artgerechte Tierhaltung
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen und andere Anwendungen der Gentechnik
  • Auch für die Verarbeitung von Lebensmitteln bestehen besondere Richtlinien

Das Pflanzenschutzkonzept des Ökologischen Landbaus betrachtet das gesamte System mit seinen vielfältigen Wechselwirkungen von Standort, Klima und pflanzenbaulichen Maßnahmen. Schaderreger sollen bei der ökologischen Wirtschaftsweise nicht vorrangig bekämpft werden, es sollen vielmehr alle Kulturmaßnahmen wie Standort-, Sortenwahl, Bodenbearbeitung, Fruchtwechsel, Düngung etc. so gewählt werden, dass die Ursachen für einen starken Schaderregerbefall von vornherein vermieden werden.
 
In der EG-Öko-Verordnung (2092/91 EWG) sind die Mindest-Anforderungen für den Ökologischen Landbau festgelegt. Produkte, die als "ökologisch" oder "biologisch" beworben werden, müssen die Kriterien der Öko-Verordnung erfüllen. Dort sind auch die im Ökologischen Landbau erlaubten Pflanzenschutzmittel sowie der Ausschluss von gentechnisch veränderten Pflanzen festgelegt.
 
In Deutschland bieten verschiedene Ökologische Anbauverbände ihre Produkte unter ihrem jeweiligen Zeichen an. Darüber hinaus gibt es ein europäisches und ein einheitliches deutsches Siegel für Bioprodukte. 
 
Anfang 2000 wurden in Deutschland 1,7% der landwirtschaftlichen Betriebe auf 2,2% der Flächen nach den Grundsätzen des Ökologischen Landbaus bewirtschaftet. 
 
siehe auch: Integrierter Pflanzenbau

P

Prüfzeichen
Als Prüfzeichen werden Label bezeichnet, die von wissenschaftlich-technischen Instituten vergeben werden. Es wird hierbei geprüft, ob das Produkt die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt und gebrauchstauglich ist (z.B. VDE-Zeichen, GS-Zeichen, TÜV-Prüfzeichen u.a.). Bei den Prüfungen kann es sich sowohl um aufwendige Laboruntersuchungen als auch um stichprobenhafte Kontrollen der Produkte handeln.

R

Recycling
Recycling ist die Rückführung von Abfällen in den Stoffkreislauf, d.h. in den Produktions- und Verbrauchskreislauf. Dabei werden die Abfallprodukte entweder zu gleichwertigen Produkten verwertet (z.B. bei Altglas, Altpapier, Weißblech) oder die Abfälle werden in die Produktion, also den Wirtschaftskreislauf, zurückgeführt und zu neuen Produkten verarbeitet (z.B. Wärmedämmplatten aus Kork).
Zu Produkten, die zum Recycling geeignet sind, gehören z.B. Glas, Papier, Pappe und Kunststoffe. Durch den Kauf von Recycling-Produkten werden natürliche Rohstoffquellen geschont und das Abfallaufkommen verringert. Aus Sicht des Umweltschutzes sollte es jedoch oberstes Ziel sein, möglichst wenig Abfälle zu produzieren, denn Vermeiden ist besser als Verwerten.

Regenerative Energien
Regenerative Energien sind Energieressourcen (Rohstoffe zur Energieversorgung), die sich durch natürliche Prozesse ständig erneuern und somit unerschöpflich sind. Zu den regenerativen Energien zählt die Sonnenenergie, geothermische Energie, Windenergie sowie Energie aus Biomasse. Die energetische Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Stroh gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dem Begriff Regenerative Energien inhaltlich entsprechend ist Erneuerbare Energien.

Regionalzeichen
Regionalzeichen sind Label, die für in einer bestimmten Region hergestellte Produkte werben. Regionalzeichen spielen bisher vor allem in der Lebensmittelkennzeichnung eine Rolle. Regionalzeichen werden auch als Herkunftszeichen bezeichnet.

Ressourcen
Ressourcen sind die Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe, Hilfsquellen und Produktionsmittel für die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen. Dazu gehören z.B. Wälder, Wasservorkommen, Tiere und Pflanzen, Bodenschätze sowie Energieressourcen aus verschiedenen Primäreenergiequellen.

S

Schadstoffe
Schadstoffe sind Stoffe, die aufgrund ihrer chemischen oder physikalischen Wirkung für Mensch und Umwelt schädlich sind. Man unterscheidet zwischen natürlichen Schadstoffen, z.B. von Pilzen gebildete Giftstoffe und künstlichen, vom Menschen in die Umwelt gebrachten Schadstoffen wie z.B. Pestizide, Pflanzenschutzmittel, Kohlendioxide und Stickoxide. Schadstoffe können vom Menschen über die Atmung, die Haut oder die Nahrung aufgenommen werden.

Schwermetalle
Sammelbezeichnung von Metallen mit einer Dichte von über 4,5 g/cm³. Ein Teil der Schwermetalle wie Zink, Mangan, Eisen und Kupfer sind für Mensch, Tier und Pflanze als unentbehrliche Spurenelemente lebensnotwendig. Andere sind hochgiftig und haben schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. So z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom.
Schwermetalle sind Bestandteile in der Natur (Gesteine, Böden, Wasser, Pflanzen), kommen hier aber nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Sie gelangen durch Verarbeitung und Nutzung durch den Menschen als Emissionen, feste oder flüssige Abfälle oder als Stäube aus der Verbrennung in die Umwelt.

U

Umweltschutz
Umweltschutz bezeichnet die Gesamtheit aller Regelungen und Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen (Boden, Wasser und Luft) und der Gesundheit aller Organismen (Lebewesen), einschließlich des Menschen. Dazu gehören z.B. Maßnahmen zum Gewässerschutz, Bodenschutz, Imissionsschutz, Strahlenschutz etc.

Beim Umweltschutz unterscheidet man zwischen technischem und ökologischem Umweltschutz. Der technische Umweltschutz ist die Vermeidung und Verminderung schädlicher Einflüsse auf die natürlichen Lebensgrundlagen und die Gesundheit der Lebewesen durch Einsatz von technischen Einrichtungen und Maßnahmen. Er umfasst direkte oder indirekte Maßnahmen zum Lärmschutz, Bodenschutz, Luftreinhaltung, Strahlenschutz, Gewässerschutz, Abwasser- und Abfallbeseitigung.
Zielsetzung des ökologischen Umweltschutzes ist der Schutz und die Entwicklung der Naturausstattung von Landschaftsräumen, d.h. einer möglichst naturnahen Qualität ihrer abiotischen, biotischen und ästhetischen Ressourcen durch Einflussnahme auf die Nutzung.

Umweltzeichen
Umweltzeichen sind produktbezogene Kennzeichen, die sich auf die Umwelteigenschaften eines Produktes beziehen. Sie finden sich auf Produkten, die z.B. umweltschonend hergestellt sind (z.B. Bio-Lebensmittel), sich durch geringe Schadstoffbelastungen auszeichnen oder besonders umweltfreudlich entsorgt werden können. Dabei gibt es sowohl Umweltzeichen, die sich nur auf Einzelaspekte konzentrieren (z.B. chlorfrei gebleicht, FCKW-frei) als auch solche, die sich auf den gesamten Lebenszyklus beziehen. Sie zielen darauf ab, Angebot und Nachfrage umweltfreundlicher Produkte zu fördern.

Z

Zertifizierung
Zertifizierung ist ein (formelles) Verfahren, indem ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Unternehmen oder ein Betriebsablauf, auf die Erfüllung bestimmter Kriterien (Anforderungen) überprüft bzw. bewertet wird. In der Regel wird die Zertifizierung mittels eines Zertifikats oder eines Gütesiegels bescheinigt.




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